Unser Konzept

Kulturlandschaften wertschätzen – Altbestände erhalten und neue anlegen!

Hier finden Sie Informationen zum Hintergrund

Artenvielfalt von Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind Kulturlandschaften

Der Obstbau stammt ursprünglich aus dem Orient und wurde in Europa durch die antiken Griechen und Römer entwickelt. Klöster und Fürstenhöfe förderten den Obstbau im Mittelalter. Aufgrund von Platzmangel in den Städten wurden Obstgärten um die Städte herum und im ländlichen Raum angelegt. Der Obstbau blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein schwierig und diente hauptsächlich der Selbstversorgung. Im 19. und 20. Jahrhundert erreichte der Streuobstwiesenanbau seinen Höhepunkt. Heute sind Streuobstbestände vielerorts in einem schlechtem Zustand. Obwohl sie wichtige Kulturlandschaften sind und einen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität leisten, besteht die Gefahr, dass alte Streuobstbestände zunehmend verschwinden. Daher hat der Streuobstgenussschein das Ziel Streuobstwiesen zu fördern.

Vielfalt und Lebensraum

Wiedehopf füttert Küken

Auf Streuobstwiesen wachsen eine Vielzahl von Obstbäumen, darunter Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume in unterschiedlichen Altersstufen. Sie werden nicht intensiv gepflegt und sind oft verstreut angeordnet. Oftmals dienen die Wiesen unter den Bäumen als Weideflächen für Schafe. Die Bäume haben einen recht großen Abstand zueinander verglichen mit Obstplantagen. Die Streuobstbäume erreichen eine Stammhöhe von mehr als 1,60 m und haben eine lange Ertragszeit von über 50 Jahren. Ökologisch besonders wertvoll sind Altbestände älter als 40 Jahre.

Streuobstwiesen sind wichtig für den Erhalt alter Obstsorten. Rund 1.200 Apfel-, 1.000 Birnen- und 320 Zwetschgensorten gibt es. Das ist eine enorme Vielfalt, wenn man bedenkt, dass im Supermarkt immer nur die gleichen vier Apfelsorten im Angebot sind.

Aktiv Streuobst pflegen und erhalten!

Finanzierung mit Ökowertpapieren

Der Streuobstgenussschein ist ein langfristiges, auf 10 Jahre ausgerichtetes Finanzierungs- und Unterstützungsinstrument, dessen Schwerpunkte auf den Erhalt der Streuobstbestände und der Neuanlage von Streuobstwiesen in Mecklenburg-Vorpommern liegen.

Jedes Zertifikat hat eine eigene Identifikationsnummer, die wir bei dem jeweiligen Projekt hinterlegt haben. Durch Ihren Kauf finanzieren Sie die Planung und Umsetzung des gewählten Projektes.

Sie investieren so in zukunftsfähige Kulturlandschaften, wichtige Lebensräume und lebendige Streuobstwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern!

Wo wird gepflanzt? Mecklenburg-Vorpommern
Wann wird  umgesetzt? in der Regel im Herbst
Wie viel kostet ein Streuobstgenussschein? ab 10 Euro – je nach Projekt
Was wird finanziert? die Revitalisierung von Altbäumen

die Pflege

die Neupflanzung von Hochstämmen

Wofür steht ein Streuobstgenussschein? 1 Streuobstgenussschein ermöglicht für ein Jahr die Pflege eines Obstbaumes,

10 Streuobstgenussscheine ermöglichen die Neuanlage oder Revitalisierung eines Streuobstbaumes

Musterzertifikat-Streuobstgenussschein

© LM

Streuobstgenussschein

Gemeinsam Kulturlandschaften schützen!

Ökosystemleistungen

Einmalige Orte der Artenvielfalt

In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Sie prägen das heimische Landschaftsbild und haben positive Auswirkungen auf die Naturgüter: Boden und Wasser, Klima und Luft und natürlich auch auf uns Menschen.

Der Artenreichtum ist durch die besondere Kombination von Grünland und offenen Gehölzen bedingt. Offenlandbewohner und eher waldliebende Tiere und Pflanzen, sowie Arten mit unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Temperaturansprüchen nutzen Streuobstwiesen als dauerhaften Lebensraum, leben hier zeitwiese, oder durchwandern diese. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, Mäusen, Hasen und Rehen, ja sogar Siebenschläfern dient die Streuobstwiese als Lebensraum und Nahrungsquelle.

Mit dem Ökowertpapier Streuobstgenussschein können sich alle, Privatpersonen oder Unternehmen, stark für die Leistungen des Ökosystems und für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität machen!

 

Hauptleistungen

Streuobstwiesen bieten einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die verschiedenen Obstbaumarten, Sträucher und krautige Pflanzen in den Streuobstwiesen schaffen eine abwechslungsreiche Vegetation mit verschiedenen Höhenstufen und Mikrohabitaten. Die Obstbäume locken Bestäuber an, während die reifen Früchte Nahrung für verschiedene Tierarten sind. Die alten Bäume und die umgebenden Wiesen dienen als Unterschlupf und Nistplatz. Damit tragen sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Streuobstwiesen gelten als Arche Noah für die Bewahrung alter Obstsorten – mehr als 1.200 Apfel-, 1.000 Birnen- und 320 Zwetschgensorten sind noch bekannt. Um diese zu erhalten ist es wichtig alte Baumbestände vital zu erhalten und zu pflegen und alte Obstsorten nachzupflanzen.

Co-Benefits

Die Obstbäume binden CO2 in ihrer Biomasse und im Boden und tragen somit zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Damit haben Streuobstwiesen eine Senkenfunktion im Klimaschutz.

Streuobstwiesen wirken sich positiv auf das Kleinklima aus, indem sie durch ihren Grünflächencharakter die Taubildung fördern und die Temperatur in ihrem Umfeld ausgleichen.

Über Jahrhunderte hinweg bestimmten Streuobstbestände Aussehen und Entwicklung vieler ländlicher Bauerngärten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Streuobstwiesen dienten zur Selbstversorgung und zur Heugewinnung und Weide für Nutztiere.

Heute bieten Streuobstbestände die Möglichkeit einer ganzheitlichen Bewirtschaftung und in Folge eine Nutzung ökologisch produzierter Früchte. Streuobstgenussscheine fördern Projekte der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung die Streuobstwiesen erlebbar machen.

Streuobstwiesen bieten einen wichtigen Lebensraum für Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die blühenden Obstbäume liefern eine reichhaltige Nahrungsquelle in Form von Nektar und Pollen aber auch das Fallobst versorgt zahlreiche Insekten. Bestäuber sind essentiell für die Bestäubung von Pflanzen, einschließlich landwirtschaftlicher Kulturen, und tragen zur Fruchtbildung bei.

Unvorstellbare Werte?

Eine Verschlechterung der Ökosystemleistungen und der Verlust der Biodiversität führen zu enormen Klimaschäden und Folgekosten. Das Umweltbundesamt schätzt die Schäden, die durch 1 t CO 2 verursacht werden, auf rund 201 € im Jahr 2021. Jeder Mensch verursacht in Deutschland im Jahr 2022 durchschnittlich 11 t CO 2 .

Der Pomologen Verein stellt fachliche Informationen bereit. Zur Seite des Pomologen Vereins

Sortenempfehlungen für Mecklenburg-Vorpommern und eine Möglichkeit zum fachlichen Austausch zum Thema Streuobst bietet das Streuobstnetzwerk MV. Zur Seite des Streuobstnetzwerks MV

Biodiversität, also die biologische Vielfalt, ist für die Ökosysteme auf der Erde besonders wichtig. Die vielfältigen Beziehungen der Tiere und Pflanzen in den Lebensgemeinschaften führen dazu, dass unsere Umwelt so stabil funktioniert, wie wir sie kennen.

Wenn über Biodiversität gesprochen wird beinhaltet dieses unterschiedliche Ebenen der biologischen Vielfalt:

  • Die Vielfalt der Arten sagt etwas über die Anzahl und Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten aus. Die Zusammensetzung der Arten ist für jeden Lebensraum anders. Der Erhalt der Arten ist ein wichtiges Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie 2030.
  • Die genetische Vielfalt beschreibt die Unterschiedlichkeit einer bestimmten Art. Sie ermöglicht es Arten, sich an wechselhafte oder neue Umwelteinflüsse zupassen und neue Lebensräume zu besiedeln. Verschiedene Apfelsorten spiegeln daher die genetische Vielfalt wieder.
  • Die Vielfalt der Lebensräume ist ebenso bedeutsam. In unterschiedlichen Lebensräumen mit verschiedenen Lebensbedingungen leben unterschiedlich angepasste Arten. Für den Erhalt der Arten ist der Erhalt des jeweiligen Lebensraumes wichtig.

Unser Ziel

Obstvielfalt erhalten und Biodiversiät fördern!

Ihre Vorteile

Lokale & erlebbare Projekte

  • Wir sind in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Wir planen und setzen die Projekte mit Partnern von vor Ort um. Regionale Experten beurteilen die Eignung der Projekte-Skizzen.
  • Viele Projekte sind so gelegen, dass sie besucht werden können. Gemeinsam mit Partnern vor Ort informieren wir über den Projektverlauf und über Öffentlichkeitsaktionen.

Nachhaltige Wirkung erzielen

  • Zusätzlich zum zukünftigen Obst und dessen Verwertung verbessern Streuobstwiesen die biologische Vielfalt vor Ort und in der Region
  • Positive Einflüsse auf Wasserqualität, Verbesserung des Mikroklimas, Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen sowie Bestäuber wie Bienen und Insekten sind nachweisbar.
  • In den Bereichen Produktveredelung und -vermarktung, bei der Profilierung touristischer Anbieter und außerschulischer Bildungsstandorte sowie bei der Verbindung von Natur- und Insektenschutz mit vielfältigen BNE-Angebote sind positive Effekte durch den Streuobstgenussschein zu erwarten bzw. zu unterstützen.

Zusätzlichkeit

  • Erst der Verkauf der Streuobstgenussscheine ermöglicht die Anlage bzw. dauerhafte Pflege der Streuobstwiesen. Eine Finanzierung gesetzlich vorgeschriebener Anlagen, etwa im Bereich von Ausgleichsmaßnahmen, ist ausgeschlossen.

Standard & Methode

  • Die fachliche Qualität der Projekte ist entscheidend für unsere Ziele. Ein fachlicher Beirat beurteilt die Projektanträge und den Projektverlauf und stellt so die Qualität sicher.

Mehrwerte für Menschen & Region

  • Flächeneigentümer, Landwirte und Ökosystempfleger sind die wichtigsten Partner. Die Flächen sollen in Ihrem Eigentum bleiben! Als Projektträger können Sie aktiv mitgestalten.
  • Wir schließen negative Entwicklungen sozialer oder ökonomischer Art aus. Wir haben das Ziel in der Region Mehrwerte zu generieren.

Dauerhafte Ökosystemleistungen

  • Wir sichern die Projekte mit einer Vertragslaufzeit von min. 10 Jahren. Streuobstwiesen unterliegen dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Das heißt, sie dürfen nicht ohne Ausgleich entfernt werden.

Transparent & eindeutig

  • Wir geben zeitnah Auskunft über die aktuellen SOS-Förderprojekte, unsere Strukturen und Unterstützer. Alle Projektstandorte sind in einer Solidargemeinschaft vernetzte Umsetzer der Idee des Streuobstgenussscheins.
  • Jeder Genussschein hat eine individuelle Kennnummer, ein Doppelverkauf ist ausgeschlossen. Alle verkauften Genussscheine werden in einem Register geführt.

Zusätzlichkeit

  • Die Bewirtschaftung von Streuobstbeständen ist im Vergleich zum konservativen Plantagenanbau nicht wirtschaftlich. Die Unterstützung des Streuobstgenussscheins ist daher zusätlich notwendig für die Umsetzung der Projekte. Streuobstgenussschein-Projekt sind nie gleichzeitig ein Ökokonto.
  • Für die Aufwertung und Pflege von Streuobstbeständen existiert keine Förderprogramme in Mecklenburg-Vorpommern.

Nachaltigkeit des Streuobstgenussscheins

Streuobstgenussschein Projekte sind mehr als Streuobstwiesen

SDG 3

Gesundheit und Wohlergehen

SDG 4

Hochwertige Bildung

SDG 12

Nachhaltige/r Konsum und Produktion

SDG 13

Massnahmen zum Klimaschutz

SDG 15

Leben an Land